KontaktAnfahrtImpressum

Editorial 2012



Editorial Frühjahr/Sommer 2012

Wer bin ich – und wenn ja wie viele?



Dieser Titel von R. D. Precht auf der Bestsellerliste der Bücher, löst in mir Heiterkeit aus! Pointiert, auf den Punkt gebracht, was eigentlich eine schwerwiegende Sache im Leben ist. Der Titel beschwingt, weckt eine Fröhlichkeit und Spannung zugleich - und verleiht dem sich kreisenden Denken um das eigene Sein und Tun im Alltag Einhalt und dennoch Flügel: Alles oder nichts – Sieg oder Niederlage - Trübnis oder Lebensfreude – Stillstand oder Tanz. Da wähl ich doch den Tanz und fordere meine vielen – manchmal auch mismutigen oder traurigen - MitspielerInnen in mir zum Tanz auf!

hestia im Kloster Malgarten lädt Sie ein, auf verschiedenen Wegen der künstlerischen Ausdrucksgestaltung den Raum zum "Tanzen" in sich zu betreten. Mit der Chance, auch die anderen Seiten, die (ungelebten oder erschöpften) Personen im eigenen Leben, mit heiterer Gelassenheit (wieder) ins Spiel zu bringen. Mal in der Stille, der Imagination, der Bewegung, mal im Gespräch, Gesang oder dem werkstofflichen Ausdruck im Holz oder der Tonerde. Im Vertrauen auf die Intuition als schöpferische Kraftquelle in jedem von uns, wählt jeder Tanzart, Takt und Tempo und auch die Musik. So spielt das Leben – eine Aufforderung zum Tanz!

Herzlich Willkommen!
Ihre
Maria Breer-Dühnen



Solang du Selbstgeworfnes fängst, ist alles
Geschicklichkeit und läßlicher Gewinn -;
erst wenn du plötzlich Fänger wirst des Balles,
den eine ewige Mit-Spielerin
dir zuwarf, deiner Mitte, in genau
gekonntem Schwung, in einem jener Bögen
aus Gottes großem Brücken-Bau:
erst dann ist Fangen-Können ein Vermögen, -
nicht deines, einer Welt. Und wenn du gar
zurückzuwerfen Kraft und Mut besäßest,
nein, wunderbarer: Mut und Kraft vergäßest
und schon geworfen hättest..... (wie das Jahr
die Vögel wirft, die Wandervogelschwärme,
die eine ältre einer jungen Wärme
hinüberschleudert über Meere -) erst
in diesem Wagnis spielst du gültig mit.
Erleichterst dir den Wurf nicht mehr; erschwerst
dir ihn nicht mehr. Aus deinen Händen tritt
das Meteor und rast in seine Räume...

(Rainer Maria Rilke)


zur Terminübersicht